Presseerklärung zur Wohnungssituation in der Stadt Ansbach FLZ- Anfrage vom Januar 2021

Kategorie: Presse

Sehr geehrter Herr Kadioglu,

Vielen Dank für Ihre Anfrage die wir wie folgt beantworten:

zu Punkt 1:

  • Aus unserer Sicht muss die Wohnraumsituation in Ansbach dringend verbessert werden. Dies gilt ganz besonders für die Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums. Die ÖDP hat aus diesem Grund beispielsweise die Bebauung des Messegeländes initiiert. Auch das sog. Ansbacher Wohnbaumodell wurde maßgeblich unterstützt.
  • Wir sind grundsätzlich aber auch der Meinung, dass der derzeit herrschende übermäßige Flächenverbrauch eingedämmt werden muss. Dabei gilt es, den noch immer vorhandenen Leerstand sowohl auf dem Land in den Dorfkernen, als auch in der Innenstadt wieder für das Wohnen zu aktivieren. Ebenso sollen freistehende Einzelhäuser mit großen Grundflächen (über 700m²) wie beispielsweise am neuen Baugebiet Brandlesweg mit bis zu 12.00m² vorgesehen, nicht mehr weiter verfolgt werden.
  • Wir müssen dringend ein Bewusstsein entwickeln für einen sparsameren Umgang mit den vorhandenen Wohnbau- Gewerbe- und Verkehrsflächen. Verdichtete Bebauung und Bauen in die Höhe sind in diesen Fällen das Gebot der Stunde. Deshalb sind wir schon der Meinung: Warum nicht einige Häuser mit ca. 8 bis 10 Stockwerken für Gewerbe und gemischtes Wohnen?
  • Dabei sollte beachtet werden: Je höher ein Gebäude in die Höhe wächst, umso mehr soziale, umweltpolitische und rechtliche Aspekte sind zu berücksichtigen. Ein Hochhaus polarisiert, Nachbarkonflikte sind zu erwarten. Es muss deshalb gut in die vorhandene städtische Infrastruktur passen. Im vorhandenen innerstädtischen Bereich von Ansbach sehen wir hier keine geeignete Umsetzungsmöglichkeit. Gute Chancen ergeben sich aus unserer Sicht bei den Konversionsflächen der Kasernenareale oder sonstiger zur Umnutzung geeigneter Flächen wie am ehemaligen Schlachthof oder Attracta-Gelände.
  • Wenn Hochhäuser mit einer optimalen Städte- und Raumplanung konzipiert und umgesetzt werden, bilden sie eine gute Möglichkeit, dem Flächenfraß und dem sich abzeichnenden Mangel an bezahlbaren Wohnungen entgegenzuwirken.

Zu Punkt 2:

  • Obwohl gemäß der Statistik in Bayern die Zahl der Wohngeldhaushalte in den letzten Jahren ständig zurückgegangen ist, liegt Ansbach mit 1,4% der Haushalte noch immer über dem bayerischen Durchschnitt. Dies lässt schließen, dass die Lage am Ansbacher Wohnungsmarkt noch immer sehr angespannt ist.
    Zu Punkt 3:
  • Ferienwohnungen, die über Airbnb angeboten werden, bilden eine Gefahr für den freien und sozial orientierten Mietwohnungsmarkt. Wir hoffen, dass durch gesetzliche Regelungen – auch im Rahmen der EU – dieser Entwicklung Grenzen aufgezeigt werden können. In Städten wie Paris werden nach einem Bericht der SZ bereits 26% der Wohnungen nicht mehr von Bürgern der Stadt bewohnt.

Von Seiten der ÖDP-Stadtratsfraktion viele Grüße und ein Gutes, Erfolgreiches und vor allem Gesundes Neues Jahr

Werner Forstmeier

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